Was kostet ein Umzug? Eine erste Einschätzung kannst du selbst erstellen – ohne E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Anfrage bei einer Umzugsfirma. Entscheidend sind das Umzugsgut, die Entfernung, die Zugänglichkeit beider Wohnungen und die Leistungen, die du beauftragst. Die Wohnfläche allein reicht nicht für einen verlässlichen Preis.

Hier erfährst du, wie du deine Umzugskosten Schritt für Schritt aufschlüsselst, worin sich Festpreise und Stundenangebote unterscheiden und welche Kosten oft übersehen werden. Dazu gibt es konkrete, öffentlich beworbene Preisbeispiele – ausdrücklich keine angeblichen Durchschnittspreise für ganz Deutschland.

Umzugskosten auf einen Blick: Diese fünf Punkte entscheiden

  • Umzugsgut: Anzahl und Größe der Möbel, Kartons sowie sperrige oder empfindliche Gegenstände.
  • Strecke und Fahrten: Entfernung, An- und Abfahrt des Unternehmens und gegebenenfalls mehrere Touren.
  • Zugang: Stockwerke, Aufzug, Treppenhaus, Parkmöglichkeit und Entfernung vom Fahrzeug zur Haustür.
  • Leistungsumfang: Nur Transport oder auch Tragen, Einpacken, Möbelabbau und Wiederaufbau?
  • Rahmenbedingungen: Termin, Halteverbotszone, Wartezeiten und gesondert vereinbarte Zuschläge.

Wer diese Angaben vorbereitet, erhält später Angebote, die sich tatsächlich vergleichen lassen. Ein billiger Endbetrag bedeutet wenig, wenn die Leistungen darin unklar sind.

Umzugskosten selbst berechnen: So gehst du vor

1. Umzugsgut erfassen – nicht nur Quadratmeter zählen

Eine 60-m²-Wohnung kann mit wenigen Möbeln eingerichtet sein oder mit schweren Schränken, einer großen Couch und vielen Kartons. Schreibe deshalb die größeren Möbelstücke, eine ungefähre Kartonzahl und Sonderstücke auf. Auch Keller, Balkon, Dachboden und Abstellraum gehören dazu. Die Quadratmeterzahl dient nur als erste Orientierung.

2. Strecke und Zugang beschreiben

Notiere die ungefähre Fahrstrecke. Entscheidend sind auch die Etagen beider Wohnungen, ein nutzbarer Aufzug und mögliche lange Tragewege. Ein Parkplatz direkt an der Haustür erleichtert die Arbeit; eine weit entfernte Lademöglichkeit kann zusätzliche Zeit verursachen.

3. Gewünschte Arbeiten trennen

Entscheide, welche Leistungen du selbst übernimmst: Kartons packen, Möbel zerlegen, tragen, transportieren, wieder aufbauen. So kannst du ein reines Transportangebot fair von einem Komplettumzug unterscheiden.

4. Preisbestandteile gesondert auflisten

Bei einem Stundenangebot lässt sich die Kalkulation vereinfacht so darstellen:

Voraussichtlicher Gesamtpreis = vereinbarter Team- und Fahrzeugpreis für die benötigte Zeit + nicht enthaltene Anfahrt + vereinbarte Zusatzleistungen.

Wichtig: Ein angebotener „Stundenpreis“ kann bereits zwei Helfer und einen Lkw enthalten. Multipliziere ihn dann nicht noch einmal mit der Zahl der Helfer. Prüfe außerdem die Mindestbuchungsdauer und ob die Umsatzsteuer enthalten ist.

5. Angebote mit denselben Eckdaten einholen

Erst wenn du denselben Leistungsumfang an mehrere Unternehmen übermittelst, ist der Preisvergleich sinnvoll. Bitte um eine schriftliche Aufstellung und hake nach, wenn etwa Montage, Verpackungsmaterial oder Anfahrt fehlen.

Konkrete Preisbeispiele aus Hamburg (Stand: Oktober 2026)

Die folgenden Angaben stammen aus öffentlich veröffentlichten Angeboten einzelner Unternehmen. Sie zeigen, wie unterschiedlich Leistungen zusammengestellt werden. Sie sind keine repräsentative Marktstichprobe, kein persönlicher Kostenvoranschlag und keine Empfehlung für die genannten Firmen.

Beispiele öffentlich beworbener Umzugsangebote, Abruf Oktober 2026
Anbieter und Modell Angegebener Leistungsumfang Beworbener Preis
Transporo – Mini-Paket 3 Stunden, 2 Umzugshelfer, 3,5-t-Kastenwagen; laut Anbieter inklusive Kraftstoff sowie An- und Abfahrt 399 €; weitere halbe Stunde: 79 €
Hansa Transporte – Stundenmodell 3,5-t-Lkw und 2 Helfer, Mindestdauer 3 Stunden; zusätzlich pauschale An-/Abfahrt, Anbieter nennt Preise inklusive 19 % USt. ab 90 € pro Stunde + 119 € An-/Abfahrt

Beispielrechnung: Wird das Transporo-Mini-Paket statt drei Stunden insgesamt vier Stunden benötigt und werden beide zusätzlichen halben Stunden zum ausgewiesenen Aufpreis abgerechnet, ergibt sich rechnerisch 399 € + 2 × 79 € = 557 €. Das gilt nur unter den Bedingungen dieses Pakets, nicht für jeden Umzug.

Beim ausgewiesenen Hansa-Stundenmodell ergibt die untere Preisgrenze für drei Stunden rein rechnerisch 3 × 90 € + 119 € = 389 €. Wegen des „ab“-Preises und möglicherweise unterschiedlicher Leistungen lässt sich daraus nicht ableiten, dass ein Unternehmen günstiger wäre als das andere. Zusätzliche Arbeit oder Sonderleistungen können den tatsächlichen Preis verändern.

Preise und Pakete können sich ändern. Prüfe vor einer Buchung immer das aktuelle Originalangebot, die zeitlichen Grenzen und den Leistungsumfang direkt beim Unternehmen.

Festpreis oder Abrechnung nach Stunden: Was ist sinnvoller?

Ein Festpreis erleichtert die Budgetplanung, wenn das Unternehmen vorab genau dokumentiert, was transportiert und erledigt werden soll. Welche Zusatzleistungen oder Ausnahmen gelten, muss ebenfalls vereinbart sein.

Ein Stundenmodell kann bei kleinen, gut vorbereiteten Umzügen passend sein. Allerdings hängt der Endbetrag dann besonders davon ab, wie lange das Team benötigt und welche Positionen zusätzlich abgerechnet werden. Ein niedriger Stundensatz allein ist kein verlässlicher Kostenvergleich.

Die Verbraucherzentrale rät dazu, sämtliche vereinbarten Leistungen in einem schriftlichen Angebot festzuhalten und einschließlich Umsatzsteuer zu vergleichen. Besonders Anfahrt, Packmaterial, Halteverbotszone und Montage sollten eindeutig aufgeführt sein.

Diese Zusatzkosten solltest du vor dem Umzug prüfen

  • Anfahrt und Rückfahrt: Sind sie im Preis enthalten oder werden sie zusätzlich berechnet?
  • Zusätzliche Arbeitszeit: Wie teuer wird eine weitere angefangene halbe oder volle Stunde?
  • Packmaterial: Was kosten Kartons, Folie und spezielle Schutzverpackungen?
  • Halteverbotszone: Wer beantragt und bezahlt die Genehmigung und stellt die Schilder auf?
  • Möbelmontage: Ist das Zerlegen und Wiederaufbauen vereinbart – auch für Küche oder Spezialmöbel?
  • Sondertransporte: Gelten für Klavier, Tresor, empfindliche Kunst oder sehr schwere Möbel andere Bedingungen?
  • Versicherung und Haftung: Welche Schäden und Gegenstände sind im vereinbarten Schutz enthalten?

Neben dem Auftrag an die Umzugsfirma können zusätzliche Ausgaben entstehen, etwa Doppelmiete, Renovierungsarbeiten oder neue Einrichtungsgegenstände. Rechne diese separat in dein Gesamtbudget ein, damit du nicht Umzugsfirmenpreise mit Wohnungskosten vermischst. Weitere Hinweise findest du unter versteckte Kosten beim Umzug.

Umzugskosten ohne Anfrage einschätzen – was geht wirklich?

Du kannst ohne Kontaktdaten bestimmen, welche Kostenarten für dich relevant sind, und reale Paketpreise als Orientierung heranziehen. Eine genaue individuelle Eurospanne allein aus Wohnfläche und Kilometern wäre dagegen oft Scheingenauigkeit. Der Zeitaufwand hängt stark vom Inventar, den Tragewegen und den gewünschten Arbeiten ab. Manche Unternehmen benötigen deshalb eine detaillierte Umzugsgutliste oder Besichtigung für ein verbindliches Angebot.

Wenn du zuerst ganz anonym planen möchtest, nutze diese kompakte Liste:

  • Wohnungsgröße plus Anzahl größerer Möbelstücke und Kartons
  • Etage, Aufzug und Trageweg an beiden Wohnorten
  • Umzugsstrecke und mögliche zusätzliche Fahrten
  • Was du selbst packst, trägst oder montierst
  • Ob du Sperrgut, Einlagerung oder besondere Sicherung brauchst
  • Welche Frist und welcher Termin für den Umzug infrage kommen

Mit diesen Angaben kannst du Angebote wesentlich besser einordnen – ohne dass du vorher irgendeinen Dienst buchen musst.

Umzugsangebote richtig vergleichen: Die Kurzcheckliste

Bevor du zusagst, prüfe bei jedem Angebot sechs Punkte: gleicher Leistungsumfang, transparente Gesamtkosten inklusive Umsatzsteuer, klare Zeit- oder Festpreisregel, erfasste Zusatzkosten, Haftung sowie Zahlung und Storno. Eine reine Endpreis-Liste reicht nicht. Unsere ausführliche Checkliste für Umzugsangebote hilft dir beim Nachfragen.

Häufige Fragen zu Umzugskosten

Wie teuer ist ein Umzug mit einer Umzugsfirma?

Das hängt von Inventar, Strecke, Team, Fahrzeug, Zeit und Leistungen ab. Eine allgemeine Durchschnittszahl wäre ohne vergleichbare Daten wenig hilfreich. Nutze veröffentlichte Angebote nur als Beispiele und fordere für deinen konkreten Umzug ein schriftliches Angebot an.

Kann ich Umzugskosten aus der Wohnfläche berechnen?

Nur grob. Für den tatsächlichen Aufwand sind die Menge und Art der Gegenstände, die Laufwege, Etagen und der Service entscheidender als die Quadratmeter allein.

Ist ein Festpreis immer günstiger als ein Stundenpreis?

Nein. Der Festpreis gibt mehr Planungssicherheit für die vereinbarten Leistungen; der Stundenpreis kann bei kleinen Aufträgen passen. Vergleiche beide nur bei gleichen Bedingungen.

Muss ich meine Telefonnummer angeben, um meine Umzugskosten zu planen?

Nein. Für die hier beschriebene Orientierung und Checkliste brauchst du keine Kontaktdaten. Für ein individuell kalkuliertes Firmenangebot sind weitere Angaben zum Umzug erforderlich.

Weiterplanen: Mit unserer Umzugscheckliste von A bis Z organisierst du die nächsten Schritte. Die bereits genannten öffentlichen Anbieterpreise dienen nur als illustrative Beispiele und begründen keine Geschäftsbeziehung oder Empfehlung.

Redaktioneller Stand: 27. Oktober 2026. Quellen: Verbraucherzentrale, Transporo und Hansa Transporte. Die Anbieterpreise wurden aus öffentlichen Angebotsdarstellungen übernommen, nicht aus einem repräsentativen Marktdatensatz.